Körper & Bewusstsein
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Winterblues

Heute ging die Sonne um 15:56 unter. Die Tage werden kürzer. Es ist dunkel und kalt. Egal ob Schule, Uni oder Arbeit – wir kommen im Dunklen und wir gehen im Dunklen. Und, wir fühlen uns alle antriebslos, unmotiviert und perspektivlos. Winterblues eben. 

Aber oft ist es eben nicht nur ein Winterblues, sondern eine Winterdepression, oder auch eine saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Als Ursache werden Störungen des biologischen Tagesrhythmus angenommen, sodass man seinen Winterblues nicht einfach so hinnehmen, sondern aktiv etwas dagegen tun sollte. Das beste Mittel gegen Depression ist Aktion und gegen Ängstlichkeit ist es die Perspektive. 

Bewegung ist das Wichtigste, was dein Körper jetzt braucht. Es muss nicht unbedingt Sport sein, sondern auch schon die Veränderung deiner Körperhaltung bringt dir sehr viel. Veränderst du die Art, wie du deinen Körper hälst, veränderst du die Biochemie in deinem Körper und somit deine Gedanken und Gefühle. Du setzt Glückshormone frei und löst stagnierte Energien. Man öffnet seinen Körper und macht sich frei für neue Perspektiven und Gedanken. 

Motion creates Emotion – egal ob Yoga, Tanzen, Laufen oder Boxen. Jede Art der Bewegung ist gute Bewegung. Wenn du morgens direkt nach dem Aufwachen mit Bewegung startest, setzt du den besten Ton für den Tag, ganz egal ob drinnen oder draußen, kurz oder lang. 

Anschließen lässt sich das Spazieren gehen. Draußen ist es kalt, nass und windig. Wir alle wollen am liebsten den ganzen Tag drinnen bleiben und am besten gar nicht das Haus verlassen. Aber wenn du raus gehst und einen Spaziergang machst, füllst du deinen Körper mit Sauerstoff auf, deine Zellen sind voller Leben, dein Schlaf verbessert sich und dein Kopf wird frei. Wenn ein Mensch den ganzen Tag von Wänden umgeben ist, ist es kein Wunder, dass er die Perspektive und den Weitblick verliert. Steige doch einfach mal eine Station früher aus und laufe das letzte Stück. Versuche jeden Tag einen kleinen Spaziergang einzubauen, egal ob es regnet oder schneit. Versuche vor allem bei Sonnenschein die warmen Sonnenstrahlen aufzusaugen, wenn du kannst. Atme bei jedem Schritt tiefer ein und aus und sauge die kalte, frische Luft auf. Und wenn du wieder zu Hause bist, freust du dich umso mehr. 

Besonders schön ist es auch, an den Feiertagsabenden spazieren zu gehen. Man hat die Straßen für sich; es ist ruhig und leer, ganz ohne Hektik. 

Scheint banal, ist aber wirklich wichtig: eine richtig warme Jacke. Wenn man nach fünf Minuten an der frischen Luft schon halb erfroren ist, ist es kein Wunder, dass man schon beim Warten auf die Bahn schlechte Laune bekommt. Es lohnt sich, in eine richtig schöne, warme Jacke zu investieren, denn, wer hätte es gedacht, der Winter kommt jedes Jahr wieder. Und schlechte Ausreden gibt es dann auch nicht mehr. 

Der nächste Punkt ist dein Fokus. Das Gehirn formt sich durch Gewohnheiten. Es kann sich aber durch Fokus, emotionale Verknüpfungen und Wiederholung neu vernetzen. Nach 21 Tagen ist eine neue Gewohnheit im Kopf verfestigt. Dankbarkeit ist das stärkste Werkzeug für neue Lebensfreude und, weil man sich nicht gleichzeitig ängstlich, traurig UND dankbar fühlen kann, ist es wichtig, seine Dankbarkeit zu trainieren. Am besten schreibt man sich jeden Tag, abends oder morgens, auf, wofür man dankbar ist. Man kann klein anfangen. Je mehr Emotionen mit eingebunden werden, desto besser. Wenn man etwas findet, wofür man dankbar sein kann, kann man sich wirklich von ganzem Herzen darauf konzentrieren, Erinnerungen im Herzen wachrufen und das Gefühl im ganzen Körper ausbreiten. Und irgendwann ist dieses positive Gefühl das erste, woran man denkt, wenn man wach wird. Gut kombinieren lassen sich Dankbarkeitsübungen auch mit Tagebuchschreiben. Mit einem positiven Fokus trainiert man seinen Kopf mehr auf Lösungen und gute Gefühle; lernt zu schätzen und zu achten. 

Vielleicht schaffst du es auch, das Positive aus dieser kalten Jahreszeit zu sehen: diese Romantik, die in der Luft liegt und die es zu keiner anderen Zeit im Jahr gibt. Der Zauber der Lichter, die dekorierten Fenster, der kalte Dampf auf den Dächern, die schönen Düfte, die in der Luft liegen. Es herrscht eine verträumte und märchenhafte Stimmung. Vielleicht kannst du kleine Lichtblicke aufsaugen oder auch selbst kreieren. Mache es dir so richtig gemütlich: Zünde eine Kerze an, hänge Lichterketten auf, lege dir eine Wärmflasche ins Bett, mache dir einen Tee. Lasse dich verzaubern, Balsam für die Seele.

Musik ist Medizin. Jetzt ist die Zeit für deine Lieblingslieder! Wärme dein Herz auf und höre die Musik, die dich berührt, mit Texten, die dich inspirieren und zum Tanzen bringen. 

Auch gutes Essen und Trinken ist in dieser kalten Jahreszeit wichtiger denn je. Wie sagt man so schön, das langsamste Gift oder die kraftvollste Medizin. Damit dein Körper balanciert und gesund ist, muss nicht alles perfekt sein. Das wichtigste ist eine basische Ernährung. Du solltest aufpassen, dass dein Körper nicht übersäuert. 75 Prozent deiner Ernährung sollte aus vollwertigen, alkalischen und frischen Lebensmitteln bestehen. Wenn der Körper übersäuert ist, spült er Flüssigkeit und Mineralien aus und dehydriert. Ein erstes Anzeichen dafür ist aber nicht Durst, sondern Müdigkeit. Also, vergiss nicht, genügend Wasser zu trinken und vermeide übersäuernde Getränke mit zusätzlichem Zucker oder Kaffee. Gute Alternativen sind Chai Latte, Tee, Matcha, heiße Zitrone oder heißer Apfelsaft mit Zimt. Man muss nicht auf Genuss verzichten, um gesund zu sein. Ernährung wirkt direkt auf das Hormonsystem und das Hormonsystem wirkt direkt auf deine Stimmung. 

Zusätzliche Stimmungsaufheller sind Johanneskraut, Passionsblume, Lavendel, Vitamin B12 und Vitamin D und sämtliche ätherische Öle. Eine positive Auswirkung kann auch eine Tageslichtlampe bringen. Sinnvoll ist vor allem ausreichend Licht am frühen Morgen.

Jetzt ist die Zeit, sich zu verbinden. Die Qualität deiner Beziehungen bestimmt die Qualität deines Lebens. Teilt eure Aufmerksamkeit mit einander, am besten ganz ohne Bildschirme. Verbringt eure Zeit zusammen. Backen, kochen, Brettspiele spielen, was auch immer. Verbindet euch ehrlich und tief. Und – sagt die Verabredung nicht ab, bloß weil ihr müde seid. 

Die kalte Jahreszeit ist genau die richtige Zeit für Wellness. Mache aus deiner täglichen Körperpflegeroutine kleine oder auch große Wellnessmomente. Wie wäre es mit einem duftenden Peeling, einer Maske, einem entspannten Bad mit ätherischen Ölen, eine heiße Dusche oder auch eine Wechseldusche, gehe in die Sauna oder ins Schwimmbad. Der Schlüssel ist Hingabe. Nutze deine körperlichen Sinne. Berührung, Duft, was du siehst und was du hörst. Hol dich ins Hier und Jetzt und lasse die Welt ein wenig langsamer werden. Dein Eincremen wird zu einer Massage, lasse dich selbst spüren, dass du dich liebst. 

Der letzte und wichtigste Punkte sind die Probleme. Sie wollen angegangen werden und gehören nicht unter den Teppich gekehrt. Besonders in der dunklen Jahreszeit kommt auch ganz viel dunkler hoch, was endlich beleuchtet und gelöst werden will. Man kann vor allem jetzt so richtig tief eintauchen und neue Perspektiven finden, um im nächsten Jahr wieder richtig durchzustarten. Man kann Bücher lesen und Videos gucken, neue Denkanstöße und Handlungsvorschläge finden, einen Therapeuten suchen und ein Erstgespräche vereinbaren, zur Hypnose gehen und klärende Gespräche führen. Es ist die Zeit, um endlich all das loszulassen, was man schon viel zu lange mitgeschleppt hat. 

Fange einfach irgendwo an. Schritt für Schritt – du musst nicht sofort alle Antworten und Lösungen finden. Das Wichtigste ist, dass du anfängst und machst. 

Das ganze Leben ist ein Zyklus, die Bäume verlieren langsam ihre Blätter, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Lege altes ab und befreie dich für Neues. Gehe in Frieden mit dir selbst durch diese Phase.

Text und Bild sind von Luka.

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