Inspiration
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Schließ aus, was dir nicht guttut

Wir Menschen haben Angst vor’m Loslassen.
Wir haben Angst vor Neuem.
Wir haben Angst, aus unserer Komfortzone herauszutreten.
Und so leben wir lieber in Situationen oder mit Menschen oder Gefühlen, die uns nicht gut tun, als dass wir proaktiv dagegen vorgehen.

Wie schwer fällt es uns, die Schule zu wechseln? Wie schwer fällt es uns, Freundschaften zu kündigen? Wie schwer fällt es uns, Schluss zu machen?
“Zu” ist die Antwort. Zu schwer.
Denn wenn du alles probiert hast, wenn du viel Zeit ins Land hast gehen lassen, wenn es wirklich nichts mehr gibt, was die Sache irgendwie besser machen könnte – dann weg damit. Raus damit. Tschüss. Arrivederci.

Die Eliminierung ist aber nicht das Schlimme. Das ist ein relativ einfacher Schritt. Das Schwierige ist das Davor und das Danach. Wir malen uns alles viel dramatischer aus, als es eigentlich ist. Denken immer, es wird alles noch katastrophaler. So sind wir Menschen eben. Aber in den meisten Fällen wird es besser. Das Leben wendet sich, wird anders, wird einfacher. Dein Herz leichter. Da ist plötzlich Platz für Neues, Nie-da-gewesenes und Schon-immer-da-gewesenes, aber Verlorenes.

Ich möchte nicht herausschreien, dass Loslassen nie mit Schmerz verbunden ist, denn das ist es meistens. Aber manchmal ist der einzige Weg, richtig glücklich zu werden, Schmerz zu spüren, zu akzeptieren und dann weiterzumachen.

Es gibt ja so einen Spruch, der sagt, dass nichts, was es wert ist, es zu haben, einfach zu bekommen ist. Und so ist es mit unserem Glück auch. Manchmal müssen wir etwas ausschließen, um viel mehr dazu zu gewinnen.

3 Kommentare

  1. Atingita sagt

    Ich fange den Beitrag gerade an, zum fünften Mal zu schreiben… Uhm… Ich denke, das große Problem ist doch eher, dass die Selbsteinschätzung, was einem gut tut und was einem nicht gut tut, doch sehr knifflig ist.

    Und vor allem, wenn es um Personen geht. Ich gehe grundsätzlich mit der Einstellung ran, dass jede Person irgendwas Gutes trägt. Das leite ich davon her, dass ich noch auf keine Person gestoßen bin, die von aller Welt gehasst wird (du kannst mir aber Satan auch gerne mal vorstellen). Dann sollte es doch eher die Aufgabe sein, den “mutigen Weg” zu wagen, herauszufinden, weshalb die Person geliebt und geschätzt wird, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

    Aber das kommt wohl auch auf das Temperament an. Ein Phlegmatiker wird wohl eher festhalten als ein Melancholiker. Aber so ganz verstehe ich den Beitrag noch nicht, Nora. Aber vielleicht ist das ja auch so gewollt, damit wir direkt den sehr offenen Text auf eine eigene Lebenssituation übertragen (was auf vergangene Situationen von mir zutrifft).

    Grüße,
    A

    • Genau, er ist bewusst offen gehalten. Über die Selbsteinschätzung könnte man noch einen ganz eigenen Beitrag schreiben. Gute Idee eigentlich. Vielleicht hast du ja Lust 😉

  2. Lydia sagt

    Der Text beschreibt genau die Situation in der ich mich gerade befinde und ich fühle mich so verstanden!
    Ich lebe gerade als AuPair und die Familie tut mir nicht gut.
    So lieb die Familie auch ist und so sehr sie sich bemüht, dass es mir gut geht, sie kann mir nicht geben was ich brauche und das belastet mich jeden Tag.
    Ich brauchte ein bisschen Zeit, um diesen Gedanken zuzulassen und mir die Gefühle einzugestehen und wenn ich jetzt loslasse und sage: Tschüss. Arrivederci.
    …dann wird es mir besser gehen.
    Das schwierige ist das Davor und Danach. Was wird passieren? Wird es mir in einer neuen Familie besser gehen? Oder sogar noch schlechter? Alles wird sich verändern. Es ist ein schwerer und auch schmerzhafter Schritt für mich. Aber er fühlt sich richtig an.

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