Inspiration, Selbst & Inszenierung
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Du trägst, was dich prägt

Was ist eigentlich dein individueller Stil? Jeder Mensch hat einen bestimmten Geschmack, welcher sich auf alle unsere Sinneswahrnehmungen übertragen lässt: Unser Lieblingsgericht, die eigene Musikrichtung, das persönliche Parfum oder unsere Lieblingsfarben, zählen zu den Inhaltsstoffen des individuellen „Stil-Elixiers”.

Hast du dich schon einmal gefragt, wie ein persönlicher Stil eigentlich zustande kommt? Vielleicht liegt es an dem Spielzeug, mit dem du als Kind am liebsten spielen mochtest, oder deine Hobbys, die du schon gemacht hast; der Urlaub in der Sonne oder dein absoluter Lieblingsmantel von Mama. All diese Erinnerungen und Erlebnisse aus deiner Vergangenheit hatten einst ein besonderes Gefühl in dir ausgelöst und du kannst dich beim Tragen des Kleidungsstückes immer noch damit identifizieren.

Zum Beispiel interpretiert jeder Mensch Farben auf eine unterschiedliche Art und Weise. Für den einen ist Gelb eine grelle und aufdringliche Farbe, für den anderen aber ist es ein Ebenbild von Sommer, Fröhlichkeit, spritziger Zitronenlimonade oder die Erinnerung an den knallgelben Sonnenschirm im Garten von früher.

Und so wird in uns beim Bertachten des gelben Kleides im Spiegelbild ein besonderes Gefühl ausgelöst. Wir stehen hinter dieser Farbe, denn sie hat eine intime Bedeutung für uns. Wir können eine Geschichte erzählen. In der Mode dreht sich alles nur um „den Moment“ und um „das Gefühl“, welche entstehen, wenn wir die Kleidung an unserem Körper tragen, sie fühlen, betrachten und damit eine schöne Erinnerung oder ein angehendes Ereignis assoziieren. Das ist fast schon wie Magie, wie ich finde.

Wir bekleiden unsere Körper nicht nur, um der Umwelt einen ersten Eindruck unseres Charakters zu vermitteln, vor allem geht es doch darum, sich in der Kleidung wohl zu fühlen. Dabei spielt die Balance eine wichtige Rolle. Es sollte, falls du deinen eigenen Stil analysieren möchtest, nicht zu viel um das Erscheinen nach außen gehen. Das innerliche Gefühl ist mindestens genau so wichtig. Stehen das innerliche und äußerliche Empfinden im Einklang miteinander, nimmt der Zauber des persönlichen Stils Gestalt an.

Durch Mode haben wir natürlich viele Möglichkeiten in andere Rollen zu schlüpfen oder von neuen Trends inspiriert zu werden. Unser Geschmack ändert sich von Zeit zu Zeit, manchmal auch ohne, dass wir es bemerken. Aber das ist doch gut so, denn dadurch erweitern wir unseren charakteristischen Horizont, der in unterschiedlich großen Mengen auf unseren Stil abfärben kann.

Wie das Sprichwort: „Du bist, was du isst“ schon andeutet: In der Mode spiegeln sich unser Charakter und unsere Vorlieben wider. Wir scheinen nach außen so, wie wir gerne sein würden und im Inneren fühlen wir uns somit wohl.

Von daher behaupte ich: „Du trägst, was dich prägt.“ Höre auf dein Inneres und benutze das Werkzeug „Mode“, um deine Gefühle, Emotionen, Erinnerungen und Visionen auszuleben; versuche dabei stets deinen eigenen persönlichen Stil zu respektieren.

Der Text ist von Mimi. Sie studiert im zweiten Jahr Modedesign in Berlin. Ihre größte Inspirationsquelle sind ihre Familie und Kindheitserinnerungen. Ihr findet sie auf Instagram oder ihrem Blog.

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