Monate: November 2018

Lieblinge im November

Jedes Jahr fürchte ich mich ein bisschen vor dem November. Dunkelheit, Kälte, der erste Schnee, Leute, die bereits komplett die Fassung mit ihrer Weihnachtsdekoration verlieren. Nie bin ich melancholischer und meist schlechter gelaunt als im November. Doch auch diese Zeit muss ich überstehen und viele schöne Dinge helfen mir auch dabei. Um ein paar der schönsten soll es heute hier gehen. Eines der schönsten und bewegendsten Bücher die ich je gelesen habe, hat mich gleich Anfang des Monats erfreut: Kitchen von der japanischen Schriftstellerin Banana Yoshimoto. Gehört habe ich von ihr schon einige Male, doch habe nie irgendetwas von ihr gelesen. Im Frühjahr las ich eine Rezension über Kitchen und war nicht abgeneigt. Noch im April habe ich das Buch gekauft, aber seither im Schrank stehen lassen. Im Nachhinein weiß ich: was für ein Fehler. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei die ersten beiden Teile zusammengehören und der dritte Teil eine für sich abgeschlossene Geschichte mit völlig anderen Personen erzählt. In den ersten beiden Teilen, die wie das Buch auch Kitchen und Kitchen …

Dein Leben ist Jetzt

Rückblickend schiebe ich immer alles auf. Alles, was mich selbst betrifft zumindest. Ja, ich halte mich an Fristen, mache immer alles pünktlich und rechtzeitig. Ich mache die Dinge, die eben jeder Mensch so machen muss. Aber das meine ich gar nicht. Ich meine dieses Bild von sich selbst, das Ideal, diese Wunschvorstellung vom Leben, die jeder irgendwie hat. Ich will so vieles sein.  Aber ich bin es nicht. Da sind so viele Wünsche, Träume, Ziele, aber ich arbeite nicht an ihnen und setze sie nicht um. Ich renne immer allen anderen hinterher und mache es ihnen recht, aber niemals mir selbst. Ich habe ständig das Gefühl, nur der bloße Zuschauer meines eigenen Lebens zu sein. Und dabei bin ich doch der Hauptdarsteller. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich immer gesagt, dass nach dem Abitur mein richtiges Leben anfängt. Nach dem Abitur dann habe ich gesagt, dass mit dem Beginn meines Studiums mein richtiges Leben anfängt. Und jetzt, jetzt habe ich den Beginn meines Studiums um eine weiteres Jahr nach hinten verschoben und sage mir …

Mutprobe? Eine Therapie beginnen

Wenn man sich ein Bein bricht, dann geht man zum Arzt. Wenn die Seele schmerzt oder alles plötzlich ausweglos erscheint, dann auch! Diesen Schritt zu gehen ist für die meisten aber erstmal eine ganz schön große Überwindung. Wenn man dann doch all seinen Mut zusammen nimmt und sich auf die Suche nach einem geeigneten Arzt macht, wird es einem leider nicht so leicht gemacht. Einen guten Therapeuten zu finden – das ist gar nicht so einfach. Aber die Suche lohnt sich, es geht schließlich um Dich und deine Gesundheit. Deswegen haben wir einige Erfahrungsberichte und Tipps zusammen getragen, die euch die Suche nach einem Therapieplatz erleichtern sollen. F. Als sich in meinem Leben herauskristallisierte, dass manche meiner Probleme tiergehender und schwerwiegender waren, als dass ich sie alleine hätte meistern können, musste ich mir Hilfe suchen. Und natürlich sind Eltern und Freunde, vielleicht vor allem zu Beginn, dabei eine Stütze. Wobei sie besonders das sind: Eine Stütze. Eltern, Freunde, nah stehende Menschen können nicht heilen. Und das schreibe ich so drastisch, weil wir häufig zu hohe …

Die Wirklichkeit meines Traumes

Das Leben wird oftmals als eine Reise beschrieben. Für viele junge Menschen beginnt diese Reise vor allem nach der Schule, dem bisher größten Abschnitt des eigenen Lebens, jenes Teils, der einen teilweise vorbereitet, aber auch prägt. Nach der festen Struktur des Schulalltags, möchten nicht Wenige aus der Normalität herausbrechen, Dinge erleben und die ungewohnte Freiheit genießen, bevor es zum nächsten Ziel geht. Ich habe den Schritt ins Ungewisse in ein fremdes Land gewagt. Es gibt viele Möglichkeiten einen gewissen Zeitraum im Ausland zu verbringen und so klang die Möglichkeit als Au-Pair zu arbeiten am besten für mich. Die Vorstellung, die in meinem Kopf Gestalt annahm, erschien mir wie ein Traum, der zu gut ist, um wahr werden zu können. Doch nun stehe ich hier in Schottland, seit beinahe vier Monaten bei einer wundervollen Familie, in welcher ich mich vom ersten Moment an wohl fühlte, die mich als neuer Teil der Familie aufnahm. Es ist kaum zu fassen, wie viel Zeit vergangen ist, ohne dass ich es gemerkt habe, wie das Linksfahren zur Gewohnheit geworden ist, …

Schließ aus, was dir nicht guttut

Wir Menschen haben Angst vor’m Loslassen. Wir haben Angst vor Neuem. Wir haben Angst, aus unserer Komfortzone herauszutreten. Und so leben wir lieber in Situationen oder mit Menschen oder Gefühlen, die uns nicht gut tun, als dass wir proaktiv dagegen vorgehen. Wie schwer fällt es uns, die Schule zu wechseln? Wie schwer fällt es uns, Freundschaften zu kündigen? Wie schwer fällt es uns, Schluss zu machen? “Zu” ist die Antwort. Zu schwer. Denn wenn du alles probiert hast, wenn du viel Zeit ins Land hast gehen lassen, wenn es wirklich nichts mehr gibt, was die Sache irgendwie besser machen könnte – dann weg damit. Raus damit. Tschüss. Arrivederci. Die Eliminierung ist aber nicht das Schlimme. Das ist ein relativ einfacher Schritt. Das Schwierige ist das Davor und das Danach. Wir malen uns alles viel dramatischer aus, als es eigentlich ist. Denken immer, es wird alles noch katastrophaler. So sind wir Menschen eben. Aber in den meisten Fällen wird es besser. Das Leben wendet sich, wird anders, wird einfacher. Dein Herz leichter. Da ist plötzlich Platz …

Was wir gerade schauen

   The Story Of Diana Imina: Diana starb in meinem Geburtsjahr. Ein Grund wahrscheinlich, warum ich mich nie wirklich mit ihr und ihrem Schicksal befasst habe. So oft habe ich in meinem Umfeld gehört, was für eine tolle Persönlichkeit sie gewesen sein musste – ich habe das Gefühl, die gesamte Welt war schockiert und trauerte, als sie so plötzlich verstarb. Da mich der Mythos um Diana sehr fasziniert und ich mich viel mit der zerstörerischen Seite von Ruhm befasse, hat diese zweiteilige Doku-Reihe auf Netflix mir sehr viel gegeben. Diana war eine bewundernswerte Frau, die die englische Königsfamilie unfassbar bereichert hat. Die Dokumentation wirft einen Blick hinter die Fassade des Glitzer-Lebens auf die Schattenseiten: Die Medien, Paparazzi, Betrug und zum Schluss ihren tragischen Tod.           Feminists: What Were They Thinking? Nora: Diese Dokumentation habe ich durch Zufall auf Netflix entdeckt, als ich nicht wusste, was ich mir anschauen soll. Und sie riss mich total in ihren Bann. Im Film geht es um einen Fotoband, in dem junge Frauen porträtiert sind. Junge …

Du trägst, was dich prägt

Was ist eigentlich dein individueller Stil? Jeder Mensch hat einen bestimmten Geschmack, welcher sich auf alle unsere Sinneswahrnehmungen übertragen lässt: Unser Lieblingsgericht, die eigene Musikrichtung, das persönliche Parfum oder unsere Lieblingsfarben, zählen zu den Inhaltsstoffen des individuellen „Stil-Elixiers”. Hast du dich schon einmal gefragt, wie ein persönlicher Stil eigentlich zustande kommt? Vielleicht liegt es an dem Spielzeug, mit dem du als Kind am liebsten spielen mochtest, oder deine Hobbys, die du schon gemacht hast; der Urlaub in der Sonne oder dein absoluter Lieblingsmantel von Mama. All diese Erinnerungen und Erlebnisse aus deiner Vergangenheit hatten einst ein besonderes Gefühl in dir ausgelöst und du kannst dich beim Tragen des Kleidungsstückes immer noch damit identifizieren. Zum Beispiel interpretiert jeder Mensch Farben auf eine unterschiedliche Art und Weise. Für den einen ist Gelb eine grelle und aufdringliche Farbe, für den anderen aber ist es ein Ebenbild von Sommer, Fröhlichkeit, spritziger Zitronenlimonade oder die Erinnerung an den knallgelben Sonnenschirm im Garten von früher. Und so wird in uns beim Bertachten des gelben Kleides im Spiegelbild ein besonderes Gefühl ausgelöst. Wir stehen hinter dieser Farbe, denn sie hat eine intime Bedeutung für uns. Wir können eine Geschichte erzählen. In der Mode dreht sich alles nur um „den Moment“ und um …

Das, was ich nicht sagen kann /5

Mir fiel es für viele Dinge in den letzten Monaten schwer, die richtigen Worte zu finden. Aber irgendwie auch die richtigen Bilder. Aber was ist schon richtig? Trotzdem bekommt ihr heute einen Einblick in meine Gedanken und Kritzeleien der letzten Monate. Hier geht’s zu Teil 1, hier zu Teil 2, Teil 3 findet ihr hier und Teil 4 hier.

Licht sehen

Wo fängt man an, zu erzählen, wenn sich in den letzten Monaten das gesamte Leben um 180 Grad gewendet hat? Wie findet man die richtigen Worte, wenn es keine gibt? Von welchem Standpunkt aus erzählt man, wenn einem ständig der Boden unter den Füßen weggerissen wird? “Um das hier zu versteh’n Braucht es Hirne und Herzen Von nie da gewesener Größe” Dies wird kein Blogpost, in dem ich erzähle, wie verdammt gut es mir geht und wie super ich klarkomme. Es geht um die Realität. Das Ende des Lebens.  Den Tod. Und darum, wie ich damit umgehe. Meiner Meinung nach sollten sich nicht nur die Menschen damit auseinandersetzen, die es gerade selbst erleben, sondern jede Person, egal in welcher Lebenslage. Denn so blöd es auch klingt: Der Tod kann immer und hinter jeder Abbiegung warten, dich abholen, betreffen und mitnehmen, auch wenn du es am wenigsten erwartest. That’s reality, Freunde. Nach den ersten, ganz dunklen Wochen, in denen ich eigentlich gar nichts Richtiges mit mir anzufangen wusste, außer irgendwie zu funktionieren und über die ich …