Gastgedanken, Inspiration
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Geduld

In einer Welt, die von Zahlen kontrolliert, unabdinglich messbar und konkurrenzfähig bleiben muss,
in einem Land, das so hoch angesehen für seinen wirtschaftlichen Erfolg und seine sozialen Strukturen ist,
in einer Stadt, in der die Bahnen im drei Minuten Takt die von Menschenmassen überlaufenen Bahnhöfe passieren,

bleibt eines meist auf der Strecke.

Die Geduld.

Von Klein auf haben wir gelernt, den geraden Weg zu gehen. Das Ziel vor Augen, unermüdlich darauf hin arbeitend, das zu erreichen, was wir oder andere uns wünschen. Auf einer großen, breiten Strasse lässt es sich besser laufen als über kleine, enge Pfade oder durch verwinkelte Gassen.

Wir warten nicht mehr auf den richtigen Moment. Wir wollen jetzt, was wir wollen und wir wollen es schnell, vergessen dabei allzu oft anzuhalten, mal kurz inne zu halten.

Denn durchhalten, durchhalten ist das, was wir müssen.

Und oft wird uns erst dann, wenn wir am Ziel zu sein scheinen, klar, wir hätten uns auf dem Weg doch noch etwas mehr umschauen, etwas mehr durchatmen, etwas mehr anhalten sollen.

Geduld bedeutet nicht, die Zügel aus der Hand zu geben. Es ist die Fähigkeit zu warten, zu beobachten.

Vertraue dem Prozess. 

Viele Dinge brauchen ihre Zeit. Das, was du glaubst, ein Ende zu sein scheint, hat noch lange nicht sein Ende erreicht. Also vielleicht bleibst du mal kurz stehen, gehst ein paar Schritte zurück, nimmst den kleinen, von Sträuchern bewachsenen Pfad zu ,deiner Rechten und schaust wo er hin führt.

Denn vorwärts kommen ist nicht immer gleich geradeaus gehen.

Der Text ist von David. Das Photo ist von Luka.

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