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Was ist Dir deine Zeit wert?

Gestern morgen bin ich um 7.30 von selbst aufgewacht. Mein Fenster hatte ich die Nacht über offen gelassen, weshalb die Morgensonne vom gegenüberliegenden Haus reflektierte und mein Zimmer in ein rötliches Licht tauchte. Kurz überlegte ich, mich wieder umzudrehen und einfach weiterzuschlafen. Aber das schöne Licht ging mir nicht mehr aus dem Kopf, weshalb ich mir Jeans und Pulli anzog, mein Handy ganz bewusst liegen ließ und nur mein Notizbuch und eine Wasserflasche einsteckte. Aus dieser spontanen Aktion wurde ein einstündiger Spaziergang, bei dem ich das Verschwinden des Morgennebels beobachten, die kühle Luft einatmen und viel nachdenken konnte. Aber das beste daran war: Ich war allein mit meinen Gedanken. Hörte nur meine Schritte. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie selten das vorkommt.

Ich dachte daran, dass ich früher abends eine Stunde lang fernsehen durfte. Den Rest des Tages habe ich mich mit mir selbst beschäftigt, gemalt, gezeichnet, gelesen. Als ich dann ein bisschen älter war, durfte ich dann auch mal zwei Stunden am Tag Sims spielen. Aber wie schnell sind zwei Stunden um, wenn man am Computer sitzt?

Das ist heute nicht anders: Die Zeit scheint viel schneller zu vergehen und ehe man sich versieht, war man dann doch wieder viel länger beschäftigt als ursprünglich geplant. Weil sich noch das ein oder andere YouTube-Video dazwischenschiebt oder man im scheinbar endlosen Scrollmodus auf Instagram gefangen ist. Aber andererseits: Wie viel langsamer vergeht die Zeit, wenn man nicht mit einem elektronischen Gerät beschäftigt ist? Wie viel mehr befinden wir uns dann wirklich im Moment – und nicht irgendwo in den scheinbar endlosen Weiten des Internets?

Wie viel Zeit verbringst du am Tag damit, eine Folge deiner neuen Lieblingsserie auf Netflix nach der anderen zu schauen? Vielleicht sogar einer, die du ohnehin schon gesehen hast? Wann hast du das letzte Mal wirklich in dich hineingehört und gemerkt: Eigentlich versuche ich gerade nur, etwas vor mir herzuschieben und mich nicht mit etwas zu konfrontieren, das erledigt werden muss? Wann warst du das letzte Mal draußen – ohne Kopfhörer und Gedudel in deinen Ohren? Wann hast du das letzte Mal am Computer etwas gesucht und nicht nebenbei noch etwas anderes gemacht?
Und was tut man, wenn man abends müde und geschafft ist, um zu „Entspannen“? – richtig, noch mehr konsumieren. Bis man tot müde ins Bett fällt, im Bett noch weiter scrollt und am Ende doch nicht einschlafen kann, weil das Gehirn die ganzen Eindrücke verarbeiten muss.

In einem Podcast*, den ich mir neulich anhörte, ging es darum, dass dein Mediengebrauch (aller Art – also Videos, Podcasts, Filme, Bücher…), um besonders kreativ zu sein und leichter in einen kreativen Fluss zu kommen, nur zu ca. 20% Konsumieren und zu ca. 80% aus dem eigenen Schaffen zusammengesetzt sein sollte.

Aus all dem Konsum kann nämlich nichts mehr entstehen: Du bekommst das Gefühl, dass es alles schon gibt, dass alle hübscher sind als du und dass sowieso nur zählt, wer wieviele Follower hat. Der Konsum raubt dir die Energie, die du gebrauchen könntest, um dein Leben so zu gestalten, wie du es gern hättest – oder kurz gesagt: Um den Arsch hoch zu kriegen.

Du hast es in der Hand: Du kannst deiner Zeit entweder beim Dahinfließen nur so zusehen, weil schon wieder eine Stunde vergangen ist, die du auf deinem Bett mit Instagram verbracht hast. Oder du nutzt sie, um sämtliche Geräte wegzulegen und mal allein mit deinen Gedanken und Einfällen zu sein. Denn die Stille kann Wunder bewirken. Und deine Gedanken können große Dinge erschaffen.

Werde dir deiner Zeit bewusst. Nutze und wertschätze sie – auch wenn du das sicherlich schon tausendmal gehört hast.

Mach was draus. Du bist nicht umsonst hier.

 

* Zwei Podcasts für weitere Denkanstöße:
Staying in Alignment: How To Bring Yourself Back to Balance – From the Heart: Conversations with Yoga Girl
Ten Keys to Awakening Your Creativity – Sexy Soul Radio

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Worte & Bilder von Imina.

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