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Der Verhaltenskodex für Soziale Medien

Um einen Verhaltenskodex für soziale Medien zu verstehen, müssen wir uns überlegen, welchen Platz soziale Medien überhaupt in unserer Gesellschaft, wohl eher in unserer Generation, haben.
Wir nutzen sie schließlich alle (ständig).
Wir beobachten, kommentieren, liken und kommunizieren über diese Plattformen. Vielleicht sogar stundenlang pro Tag.
Stattdessen wird meist weniger gelesen, es wird weniger heraus gegangen und vor allem weniger miteinander geredet.
Soziale Medien sind ein Bestandteil unseres Leben.
Und sie sind uns wichtig.
Sie sind eine Bühne auf der wir uns präsentieren, zeigen und geben, wie wir gesehen werden möchten.
Sie sind unser Aushängeschild, unsere Visitenkarten.
Auch Freundschaften und Beziehungen werden mittlerweile über soziale Medien geschlossen.
Man lernt sich im Internet kennen (und lieben).
Warum also stets leugnen, die sozialen Medien wären uns wichtig?
Ist doch nur Facebook, Snapchat, Instagram..
Dieses Verhalten ist falsch.
Wir sollten uns bewusst machen, welchen wichtigen Bestandteil diese vermeintlich sozialen Medien in unserem Leben haben.
Ob sie nun gut sind, oder schlecht, darauf soll gar nicht an dieser Stelle eingegangen werden.
Zunächst soll nur an den Verstand des einzelnen appelliert werden:
Nutze die sozialen Medien bewusst.
Was ist damit gemeint?
Analysiere vielleicht einmal dein Verhalten auf diesen Plattformen. Wem folgst du? Warum? Wie reagierst du, wenn du diese Person im realen Leben triffst? Bei wessen Bildern drückst du auf “Gefällt mir”? Und so weiter und so fort..
Und mal ganz ehrlich; Wie wichtig sind dir deine Accounts?

Nun aber zu dem Verhaltenskodex:

1.  Kontakte, Freundschaften und Beziehungen können über soziale Medien geschlossen werden. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen oder sie als lächerlich zu deklarieren.                     1.1.  Soziale Medien sind ein nicht seltener Streitpunkt in Beziehungen. Ähnlich wie das Thema, wo, wann und vor allem was man essen solle.

Daher sollte es durch aus legitim sein sich als Paar abzusprechen. Darüber offen zu reden, welche Bedeutungen man Likes, Kommentaren, Fotos und Freundschaftanfragen beimisst.
Um den anderen zu verstehen, sich eventuell Regeln zu geben und den anderen mit seinen Meinungen, Empfindungen und Bedürfnissen ernst zu nehmen.
Ein Streit über die Nutzung der sozialen Netzwerke ist genauso real wie der Streit über den gemeinsam zuschauenden Film oder das gemeinsame Essen.

2. Like bedeutet: Gefällt mir. Likes sind Bestätigungen, Komplimente.
Ein Thema das wahrscheinlich schon in vielen Beziehungen zu Streitereien geführt hat.
Wenn wir uns nun aber diese Onlinesprache in die Realität übersetzten, so sind Likes Komplimente.
Und nun kann jeder für sich entscheiden, wem er gern Komplimente macht und wem eben nicht. Aber Likes ihre Wichtigkeit abzusprechen wäre absurd.
Denn wie viele Kontakte, Freundschaften und Beziehungen bauen auf diese simplen Herzen auf?

3. Wann “kennt” man sich?
Wenn man sich gegenseitig folgt, “Befreundet” ist und/oder miteinander interagiert.
Mit interagieren ist in diesem Fall Liken und Kommentieren gemeint.
Wenn man also so eine Person im realen Leben auf der Straße trifft, sagt man Hallo, nickt sich zu oder lächelt.
Das haben wir doch auch von unseren Eltern gelernt. Höflichkeit.
Denn Höflichkeit kommt bei sozialen Medien häufig leider zu kurz.

4. Wo wir bei Höflichkeit sind.
Die Kommentarfunktion im Internet ist ein Fluch und ein Segen zu gleich.
Nun kann man allerdings auch die Kommentarfunktion ins reale Leben übersetzten.
Lob und Feedback gehen wirklich einfacher im Internet runterzuschreiben. Was positiv ist.
Allerdings gehen harsche Kritik, fiese Bemerkungen und Kommentare im Internet auch leichter.
Also sollte man vor dem Verfassen eines Kommentars sich überlegen, ob man diesen auch von Angesicht zu Angesicht aussprechen würde.
Und dabei geht es selbstverständlich vorallem um die negativen Kommentare.

5. Denn zuletzt: Hinter den meisten Accounts und Kanälen sitzt ein Mensch. Wir sind alle zivilisierte Menschen. Lasst uns dieses Verhalten ins Internet übertragen und uns so verhalten, wie wir es uns von unserem gegenüber wünschen.

Und nun wirklich am Ende soll angemerkt werden, dass natürlich von Person zu Person der Wichtigkeitsgrad dieser Medien variiert.
Allerdings neigen wir dazu, ihre Rolle herunter zu spielen und zu unterschätzen.
Und man kann Gefahren und Aufgaben nur bekämpfen und lösen, wenn man sich ihrer Macht und Größe bewusst ist.

Der Text ist von der wunderbar talentierten Jette Farina. Sie ist Wortkünstlerin und bringt ihr Herz zu Papier. Auf ihrem Instagram Account findet ihr mehr Text und Inspiration.

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