Gastgedanken, Inspiration
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getrennt – oder was minimalismus mit uns macht

Minimalismus ist grad’ Trend, der letzte Schrei im Internet,
klingt wie der neueste Lifestyle, denke ich und kletter’ müde aus dem Bett. „Declutter your home“ oder „simplify your life“,
die Insta-Hashtags ekeln mich an, bin doch für sowas viel zu reif.

Getrennt von dem Schrott, getrennt von dem Kram, getrennt von dem Müll, getrennt von der Scham.

Und dann schaue ich durch mein Zimmer
und der Schrecken wird nur schlimmer,
das Bett ist leer, dort lagen wir doch immer.
meine Wände weiss, meine Hände auch, der Schreibtisch kahl und erst gestern Abend warst du hier das letzte Mal.

Dein Duft hängt noch in der Luft, genau wie meine Worte:

„Verdammt, ich will nicht deinen Trost, weil es mir danach nicht besser geht.“ …außer ich lieg’ in deinem Schoß
und falls dein Trost aus Küssen besteht, dann lauf ich vielleicht los.

Klamotten verkaufen und nachhaltig leben, das sagen die Gurus und so mach’ ich es eben.

Getrennt von dem Schrott, getrennt von dem Kram, ich bin schon voll öko, vielleicht bald vegan?

Jeder braucht Ordnung, jeder braucht Struktur und atmen und frei sein das funktioniert nur… ohne dich.

Minimalis-muss ich mich wirklich trennen?
Endlich kann ich es erkennen.
Jetzt steh’ ich in dem weissen Nichts, hab’ alles weggegeben. Aber ich weiß, was ich will:
mit dir atmen, mit dir leben.

Minimal war meine Liebe, doch die Hoffnung stirbt zuletzt, ich spüre, wie sie wächst und ich brauche dich hier jetzt.

Getrennt von dem Schrott, getrennt von dem Kram, getrennt von dir, getrennt von deinen Armen.

Ich ‘detoxe’ gerade, ich miste dich aus
– oh Gott, bin ich echt so dumm und streich’ dich aus meinem Leben raus? Schnell greif’ ich meine Jacke und renn’ durch das Treppenhaus,
lauf’ durch die Straßen von Berlin, ich halte es nicht aus!

Die Masse in meinem Kopf kämpft an gegen die Masse auf der Straße, ich finde einfach keine Ruh’:
Vielleicht bin ich ja doch Minimalist
und mein Minimum bist du.

Emi ist 18, Berlinerin, Tagträumerin und geht mit einer großen Faszination für Geschichte und Geschichten mit offenen Augen durch die Welt. Sie lebt sich beim kreativen Schreiben, Schauspielen, Klavierspielen oder Fotografieren aus und sucht ständig nach Inspiration. Momentan macht sie ihr Abitur und ist auf der Suche nach sich selbst, ihr größter Traum ist ein Studium in Literatur und „Gender Studies“ in Berlin.

Text von Emi/ Bild von Luka
im Rahmen des minimalismus mai

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