Monate: April 2018

April Lieblinge

Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Monat April für Wetter, welches unberechenbar und wechselhaft ist. In diesem Monat haben meine Gefühle ebenso eine Achterbahn durchlebt, denn zwischen zahlreichen schönen Momenten, schlichen sich auch Augenblicke, welche ich lieber vermieden hätte. Meine Lieblinge des Aprils sind daher nicht immer aus positiven Gegebenheiten entstanden. Der Monat begann aber wunderbar. Ich bin das erste Mal in meinem Leben geflogen. Richtig mit einem Linienflugzeug, mit Sicherheitskontrollen und Boarding. Andere haben dies mit 19 bereits mehrfach durchlebt. Ich das erste Mal, umso besonderer war der Moment aber für mich. Doch nicht nur der Umstand erfreute mich, nein, auch die Tatsache, dass ich mir das Geld für alles selbst erarbeitet hatte. Mit der Zeit habe ich gelernt, solche Momente echt zu schätzen. So freue ich mich auch jedes Mal darüber, in der Straßenbahn, dem Zug oder sonst einem Verkehrsmittel mit Musik die Welt an mir vorbeiziehen zu lassen und dabei darüber nachzudenken, welch ein Glück ich doch habe, dieses privilegierte Leben führen zu dürfen. An dieser Stelle ist ein Favorit das Lied „Hunger“ …

Die Unwissenden – Zeit/Geschehen

Gerade und angestrengt sitzt er da. Wie ein Schuljunge, der gerade von einem Direktor verhört wird. Vor ihm ein Schild: Mr. Mark Zuckerberg. Behutsam trinkt er aus einem Glas Wasser, nimmt nur einen winzigen Schluck. Wie der erste Mensch wirkt er, der gerade von etwas wie Wasser gekostet hätte. Doch die banale und quälende Wirklichkeit ist, dass er weitmehr ist als der erste Mensch. Er ist weitmehr als ein Schuljunge, weitmehr als wir alle. Er ist einer der mächtigsten Menschen der Welt. Was seine Macht betrifft, steht er über uns. Wir sind alle Schafe in seinen Herden – Facebook, Twitter, Instagram und Co. Und wie ein Hirte mit der Wolle seiner Herden handelt, so hat unser Hirte mit unseren Daten gehandelt. Er hat seine Macht und unser Vertrauen in die Sicherheit dieses Herden-Daseins missbraucht. Nun sitzt er vorm US-Senat und wird wegen dieses Vergehens verhört. Wenn ich ihn so beobachte sieht er fast banal aus, wenig wie ein Machtmensch. Wie ein Bub, würde meine Oma wahrscheinlich jetzt sagen. Kurz muss ich schmunzeln, wenn ich mir …

Der perfekte Ort

Ich bin bis zu meinem Abitur ein einziges Mal umgezogen. Mit drei Jahren, von unserer Wohnung in der Kleinstadt in das Haus, das meine Eltern gebaut haben, im Dorf daneben. Ansonsten habe ich meine komplette Jugend bis zu meinem 19. Lebensjahr in einem einzigen, kleinen Ort verbracht. Ihn verhasst, weil man so wenige Möglichkeiten hatte. Weil sich die Leute nie änderten, man nie den Freundeskreis wechseln konnte, weil jeder jeden irgendwie kannte und nie ein neues Gesicht einfach irgendwo dazu stößt. Das Dorf hat ca. 500 Einwohner, von denen schätzungsweise 70 Prozent über 75 Jahre alt sind. Eine einzige Mitschülerin von mir kam auch aus dem Dorf. Alle anderen waren auf die umliegenden verteilt. Zum Einkaufen oder Freunde besuchen musste man entweder zwei Kilometer laufen oder die Eltern bitten, gefahren zu werden. Ich fühlte mich eingekesselt, unverstanden und irgendwie nicht frei genug an diesem Ort. Ich wollte Abwechslung und vor allem ganz viel Neues sehen. Ich suchte nach dem perfekten Ort für mich.                 Nach dem Abitur bewarb ich mich …

Frühlingsgefühle

Nach diesem wunderschönen Wochenende, das uns so mit Sonne verwöhnt hat, haben wir heute zwei Gastgedanken-Gedichte, die sich rund um das Thema Frühlingserwachen und Glücklich-sein drehen, für euch! Das erste Gedicht hat die Verlosung aus unserem Livestream gewonnen, in dem wir Euch die Aufgabe gestellt hatten, innerhalb von 20 Minuten etwas Kreatives, dass ihr gerade oder kürzlich gemacht habt, an uns zu schicken. Das zweite wurde per Mail bei uns eingereicht. Zueignung – von Dominik Du Frühling meines Lebens! Leg dich nieder in den schönsten Farben. Wiege mich in deinen Zweigen, Die voll sanfter Blüten strahlen; Tauch mich hinein In deinen blassblauen Himmel. Deine kalten Lippen lass mich kosen. Küss mich! Überschütte mich mit Rosen! Und aus deinen Kronen Lass die Düfte auf mich regnen. In deinen Augen blühn’ die Astern, Stahlblaue Wolken Ziehn’ um dein Gesicht. Sprich zu mir und lass die Lerchen singen, Lass deine Stimme wie einen Zug Von Vögeln mich umringen! Die bittersüßen Früchte Deines Körpers will ich schmecken, Meine Knospen voller Sehnsucht Deinem Glanz entgegenstrecken; Liebe mich in deinem Schein, Lass …

1/2 TIERINDIR

Am 20. April sind wir genau ein halbes Jahr online! Hinter uns liegen sechs spannende Monate voller guter Inspirationen, Kreativität und neuen Chancen. In diesem Livestream rekapitulieren Nora und Imina die letzten Monate, sprechen über unsere Zukunftspläne und beantworten eure Fragen. Hochgeladen haben wir ihn auf unserem YouTube-Kanal, den wir mit Videos und weiteren Livestreams beleben werden! Die liebe Luka war leider krankheitsbedingt verhindert, ist aber beim nächsten Mal 100%ig dabei!  

Auszeit, Ichzeit

Meistens verfliegt die Zeit, gerade unter der Woche, wie im Flug: Schule, Uni oder Arbeit nehmen den Großteil unseres Tages ein und sind oft so kräftezehrend, dass wir abends nicht viel mehr schaffen als schnell etwas zu essen und ins Bett zu fallen. Doch gerade wenn es so viel drunter und drüber geht, wenn kaum eine freie Minute in Aussicht scheint, ist es besonders wichtig, einen Gang zurückzuschalten und sich einfach auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich selbst etwas Gutes zu tun. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mir eine solche Pause aber einfach nicht gönne. Immer weiter mache, weil es immer noch etwas zutun gibt, weil man nie gar nichts zu tun hat, sondern immer irgendwas, wenn auch ganz unten, auf der To-Do-Liste lauert und erledigt werden will. Sehr oft sehe ich nicht ein, warum ich mir jetzt eine Pause geben soll und oft bezweifle ich, dass ich sie verdiene.  Wenn man sich jedoch wenig um sich selbst kümmert, kommt man irgendwann an einen Punkt, von dem aus es nicht weitergeht oder keine Besserung in …

April Blues

Der April ist durchzogen, von Schnee, Sonne und Regen. Stimmungsschwankungen. April Blues. Ich habe mich leer und müde gefühlt und auch meine Kreativität musste darunter leiden. Aber was soll man schon machen? Kreativ sein bedeutet immer und zu jeder Zeit wach zu sein, da zu sein. Ich sauge alles auf und mache aus allem eine Idee, verarbeite alles was ich höre und sehe. Es gibt keine festen Arbeitszeiten, die meisten Ideen entstehen einfach. Ich kann nicht sagen, ich mache jetzt eine Pause. Eine Pause im Denken gibt es nicht, manchmal kann es sogar ganz schön anstrengend werden. Ab und zu kommen die Ideen sogar ganz von allein im Schlaf. Manchmal ertappe ich meinen Körper jedoch dabei, dass er sich seine Auszeit holt. Das sind dann solche Tage, an denen ich am liebsten jeden Termin streichen würde und Stunden im Bett verbringen könnte. Am liebsten gar nicht mehr Denken, den Kopf einfach mal ausschalten. Ein kreatives Tief, keinen Antrieb. Meistens habe ich dann gar keine Ideen und so sehr ich mich auch dazu zwingen will, fehlt …

Mutprobe? Meinung sagen

    Die Meinungsfreiheit und deren Verbreitung wurden bereits im Jahre 1789 in Artikel 11 der in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte als “un des droits les plus précieux de l’Homme”, zu deutsch also als „eines der kostbarsten Rechte des Menschen“ garantiert. Heute ist dieses Recht Fundament unserer Gesetzgebung und eines der wichtigsten Rechte, die uns durch das Grundgesetzt zugeschrieben werden. Gegen Ende des 18 Jahrhunderts wird dieses Recht erstmals in Verfassungen aufgenommen. In Deutschland gibt es ein jahrhundertelanges Hin- und Her von bestimmten regulierenden Pressegesetzen, Karlsbader Beschlüssen, der Weimarer Republik bis hin zur späteren NS-Zeit, wonach die Meinungs- und Pressefreiheit dann 1949 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland durch Artikel 5 garantiert wird. Sie ist definiert als das Recht, sich eine Meinung zu bilden und diese in Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und schließt dabei Grundrechte der Meinungsäußerungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit, Rundfunk- und Filmfreiheit mit ein. Zu ihr zählt außerdem die Informationsfreiheit aus allgemein zugänglichen Quellen wie Zeitung, Internet, Rundfunk oder Fernsehen, um eine Meinungsbildung überhaupt erst zu ermöglichen. Zudem ist ein Zensurverbot verankert, durch …

Und ich habe nicht gewartet

Es fällt mir schwer, daran zurückzudenken, was ich mir früher unter dem Begriff ,,erstes Mal‘‘ explizit vorgestellt habe. Ich weiß nur, dass ich diesbezüglich schon immer ein gewisses Interesse empfand, bzw. neugierig war. Es wurde über das vermeintliche Liebe-Machen gesprochen, wie man mit dem ersten Freund oder der ersten Freundin auf Dates geht, dann der ersten Kuss und schließlich das Petting  bis hin zum heiligen ersten Mal. Und wie das sein kann, dass es trotz anfänglicher Unsicherheiten und Schwierigkeiten unbeschreiblich schöne Gefühle in einem wecken kann. Einfach das Gefühl von Liebe, von unantastbarer Innigkeit. Aber auch, dass man sich sicher sein muss und dass man all das auch wirklich will.  Ich wollte in meiner damaligen Situation wissen, wie es sich anfühlen würde. Ich wollte so etwas auch spüren. Und ich habe nicht gewartet. Denn ich war 14, als es passierte. Und nicht bereit, nein, auf keinen Fall. Der Junge, mit dem es geschah, ein guter Freund von mir, war es wahrscheinlich auch nicht, denn wir sprachen über das Thema nie wieder. Er wollte ebenfalls wissen, …

Mehr Mutausbrüche

– Denk dich voll. Jette Farina ist Wortkünstlerin und bringt ihr Herz zu Papier. Sie ist Liebe, Sonne, Geborgenheit, Lachen, Kunst, Gedankenkreisen und so vieles mehr. Auf ihrem Instagram Account findet ihr mehr Text und Inspiration. Text und Wort/ Jette Farina                                        Photo und Konzept/ Luka