Selbst & Inszenierung
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Alles, aber nicht verträumt

Unsere Gesellschaft macht es oberflächlich immer leichter, über psychische Krankheiten zu reden.
Aus „mir geht es nicht gut“ wird schnell „ich bin depri“ oder „ich bin ein bisschen depressiv“.
Überall sind Bilder von vermeintlich depressiven Menschen mit sentimentalen Gedanken unter deren Posts.
Aber psychische Krankheiten sind nicht romantisch. Nicht verträumt.
Psychische Krankheiten sind hart, spitz, kantig, unangenehm.
Natürlich ist es schwierig solche „allgemein gültigen“ Parolen loszuwerfen , aber ich denke, den meisten Menschen mit einer Diagnose fällt es, zumindest am Anfang, schwer, das zu sagen.
Zu ihrer Diagnose zu stehen.

Essstörungen sind nicht schön. Und so ist es ein Grauen, das die unnatürliche Lücke zwischen den Oberschenkeln nun einem knochigen Dekolleté als Schönheitsideal weicht.
Denn Knochen sind nicht schön, nicht ästhetisch.
Meist zeugen Knochen von Kontrollzwängen und einem gestörtem Essverhalten.
Ferner müssen gar nicht unbedingt Knochen zu sehen sein.

Neben Magersucht ist auch Bulimie eine weitere Krankheit.
Eine Krankheit, über die nicht gerne laut geredet wird.
Bulimie ist irgendwie eklig oder?
Ein ekliger Kampf gegen den eigenen Körper.
Sich selbst die Finger in den Hals zu rammen, schlechte Haut, kaputte Zähne und eine verätzte Speiseröhre sind eben keine vermeintlich ästhetischen Knochen.

Auch sind Depressionen keine langweiligen Sonntagnachmittage, kein zwangsläufiges nachts wachliegen.
Sondern ätzend sein, nicht reden, zu viel reden, zu leise sein, zu laut sein.
Ungewaschen, ungepflegt.
Schrecklich unglücklich, auch ohne offensichtlichen Grund.
Depressionen machen keinen Charakter aus.
Es ist eine Krankheit, als hätte man einen Arm gebrochen oder eine lang anhaltende Grippe.

Was ich damit sagen möchte; Psychische Krankheiten sind weder romantisch, noch etwas Verbotenes.
Aufklärung ist wichtig. Und die geschieht leider viel zu wenig.

Informiert euch und seid neugierig auf die Welt.
Wenn ihr betroffen seid, jemanden kennt oder liebt, der betroffen ist;
Alles wird gut.
Sucht euch Hilfe, ihr seid nicht allein und ihr seid nicht Schuld.

Jeder verdient die Welt, die Liebe, das Glück und vorallem das Leben.
Ein mehr als erträgliches Leben.

Sorgt für euch.

5 hilfreiche Tipps hat dieser tolle Mensch für euch:

https://youtu.be/56aPldXA_F4

Und wenn ihr sonst nicht weiter wisst; sucht euch Hilfe.
Sie ist immer näher als ihr denkt.
Sucht euch Nähe, sucht euch Gesprächspartner.
Öffnet euch.
Auch wenn es so unfassbar schwer und unmöglich erscheint.
Ist dieser Schritt erst gemacht, wird es so viel einfacher. Versprochen.

Hilfe bei Depressionen/ Selbsthilfe bei Essstörungen/ Hilfe als Außenstehende

Gastgedanken von anonym / Fotos von Luka

1 Kommentare

  1. Sara sagt

    Wow! Das geschilderte ist einfach so wahr! Ich bin selbst an bulimie erkrankt und ekele mich vor mir selbst. Das Übergeben ist eine Art Selbstbestrafung, Spaß macht mir das natürlich nicht! Danke für dem kurzen blogartikel:)
    LG Sara

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