Selbst & Inszenierung
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Mutprobe? Bodypositivity

Das neue Jahr hat angefangen und plötzlich sind sie wieder da, die Jahresvorsätze. Darunter bei fast allen auf Platz eins: mehr Sport machen. Abnehmen. Mein Wunschgewicht erreichen.            Wenn ich so durch die Straßen fahre, fällt mir auf, dass überall Werbung gemacht wird. Vom Fitnessstudio bis zur Ernährungsberatung. Ist das Zufall? Ich glaube nicht. Können wir dann eigentlich noch anders, als uns unwohl zu fühlen und den Wunsch nach dem perfekten Körper immer größer werden zu lassen?

Was ist denn eigentlich der perfekte Körper? Was ist überhaupt perfekt? Eine große Rolle spielen, wie sollte es auch anders sein, die Medien. Wir folgen Models, die eigentlich viel zu dünn sind als das es noch gesund ist, auf Instagram und werden mit Diät-Trends in sämtlichen Magazinen konfrontiert. Wir bekommen ein angeblich perfektes Ideal vorgehalten, welches meistens jedoch nur mit Photoshop zu erreichen ist. Was man auf Social Media sieht, ist nicht echt. Was man auf Social Media sieht, macht krank. Wir fühlen uns schlecht, so wie wir sind und setzen uns Ziele, die nur auf einem sehr ungesunden Weg zu erreichen sind. Oft endet so ein Denken dann in Essstörungen oder Depression.

Deshalb habe ich für mich beschlossen, dass ich allen Personen, die mir nicht gut tun und schlechte Gedanken aufkommen lassen, entfolge. Social-Media-Detox. Macht euch bewusst, dass wir in einer oberflächlichen Welt leben und immer und überall Themen wie Körper oder Aussehen begegnen werden. Vor allem wenn man unsicher ist und sich selbst noch nicht ganz akzeptiert hat, definiert man sich schnell über sein Aussehen.

Ich möchte euch nur mit auf dem Weg geben, nicht den Wirklichkeitsbezug zu verlieren. Macht euch immer mal wieder bewusst, das nicht alles wahr ist, was ihr lest und seht. Macht euch bewusst, dass Essen wichtig und notwendig zum Leben ist. Du darfst essen! Du darfst essen, auch wenn du kein Sport gemacht hast, gestern zu viel gegessen hast, heute zu viel gegessen hast, auch wenn du zugenommen hast, nicht hungrig genug bist, auch wenn du dich fühlst, als wärst du es nicht wert zu essen.

Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt noch okay ist, wenn man seinen Körper mag und sich akzeptiert so wie man ist. Denn genau das ist es, worum es doch eigentlich geht. Wieso nimmt man sich nicht als Neujahresvorsatz, dass man gesund sein will? Und glücklich und sich einfach in seinem Körper wohlfühlt? Und dass man das Essen genießen will und sich auf all die leckeren Dinge freut?

Ich will mit diesem Text nicht sagen, dass man nicht den Wunsch nach einem schönen und dünnen Körper haben darf. Ich will mit diesem Text sagen, dass jeder Körper auf seine Art perfekt ist. Natürlich ist es wichtig, sich zu bewegen und nicht nur Fast Food zu essen. Was ich sagen will ist aber, dass es nicht schlimm ist, auch mal eine oder auch fünf Portionen Pommes und dazu drei Nutellabrote am Abend zu essen. Sich nur von einem Apfel am Tag zu ernähren ist da nämlich viel ungesünder. Und darum geht es nämlich- einen gesunden Körper zu haben, das ist das wichtigste.

Ecken, Kanten, Rundungen, Wölbungen – alles wunderschön. Weil DU es bist. Lass dich nicht durch irgendwelche Zahlen definieren, nicht durch die Waage, nicht durch Kalorien und auch nicht durch irgendwelche Likes. Das was zählt ist dein Charakter, dein Inneres. Unsere Vielfalt ist doch das, was uns ausmacht und das, was uns schön macht. Wir müssen nicht alle gleich sein. Lasse deinen Körper nicht zu deiner Mutprobe werden.

Text  und Photos von Luka

 

 

Mutprobe erscheint als monatliche Serie und beschäftigt sich mit den kleinen Mutproben des Alltags, mit Ängsten und Überwindungen, die eigentlich keine sein sollten. Wieso trauen wir uns nicht einfach? Weshalb haben wir Angst? Wer oder was sorgt für böse Stimmen in unseren Köpfen?

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