Jahr: 2017

Nach Hause kommen

Aus einer Sprachmemo vom 3. März 2017. Es sind Semesterferien und ich bin wieder zuhause. Ich hab eine Menge zutun, viele Gedanken und Deadlines zu beachten. Seit fast zwei Jahren bin ich jetzt unterwegs in der Welt, ziehe an neue Orte, lerne neue Menschen kennen, eigne mir neue Gewohnheiten an, sammle positive und negative Erfahrungen. Eigentlich habe ich das Gefühl, die meiste Zeit in irgendwelchen Zügen verbracht zu haben, die mich von A nach B und immer wieder nach Hause bringen. Zeit zum Reflektieren, in diesem Übergang zwischen Ausgangs- und Zielort, zwischen neuem Umfeld und gewohnter Umgebung, in die man mit neuen Erfahrungen zurückkehrt. Denn Zuhause ändert sich nichts. Alles bleibt beim Alten. Es ist gut, zu wissen, dass man an einen Ort zurückkehren kann, auch wenn man ein komplett anderer Mensch wird. An einen Ort, der bleibt, wie man ihn verlassen hat, auch wenn man sich verändert. Der Bahnhof, an dem ich ankomme, wird immer schäbig sein und nach Pisse stinken, Zurück in das Auto, mit dem ich an so viele Orte gefahren bin, …

Über Hirngespinster und Angst

Ein paar Gedanken zu Angst und Überwindung. Gestern um diese Uhrzeit saß ich noch im Flieger. Ich hatte Angst; Angst vor der ungewohnten Umgebung, die mich erwarten sollte. Davor, keine meiner liebsten Menschen um mich zu haben und zu vermissen. Außerdem hatte ich Angst vor der unendlichen Tiefe, die sich unter mir befand. Stundenlang über dem Ozean, stundenlanges Gedankenkreisen. Ich machte kein Auge zu. Die größte Furcht bereitet mir jedoch der Terror. Momentan passieren so viele schreckliche Dinge auf dieser Welt und es ist okay, Angst zu haben. Jedoch spielt sich ein sehr großer Teil lediglich in unseren Köpfen ab. Angst vor einem Terroranschlag ist ein Hirngespinst. Es ist nicht nur fast ausgeschlossen, dass man tatsächlich selbst zum Opfer eines Terroristen wird, Terror wird in Wahrheit auch eher als etwas wahrgenommen, das anderen zustößt, nicht einem selbst. Also stelle ich mich jetzt meiner Angst. Ich bin an meinem Reiseziel angekommen und freue mich. Ich fühle mich sicher und fange an zu genießen. Wir sollten uns unserer Angst und vor allem der Angst vor dem Terror stellen und …

Leise Versprechen

Wir nehmen uns nie genug Zeit für uns selbst. Die Welt ist so unglaublich schnelllebig und genau deshalb müssen wir lernen, das Hier und Jetzt mehr zu genießen, findet Christina. Wenn sie eine freie Minute hat, dann schreibt sie alles auf, was sie momentan beschäftigt – ab und zu dann auch mal in Versform. Nebenbei hört Christina Musik von Faber, Clueso und alt-J oder lernt fürs Psychologie-Studium und sehnt sich an diesen kalten Herbsttagen nach mehr Sonne. Christinas Instagram

Loslassen.

Ich muss zugeben, noch vor ein paar Jahren hat mich das Thema „Loslassen“ nicht so sehr beschäftigt, wie jetzt, mit 19. Ich weiß gar nicht, warum. Immerhin gab es schon immer Dinge, Gefühle und vor allem Menschen, an denen ich unbedingt festhalten wollte. Vielleicht haben sich einfach die Zeiten geändert. Alles ist schnelllebiger, zerbrechlicher & verrückter geworden. So richtig beständig ist nichts mehr in Zeiten von Smartphones, Social Media & Co. Und vielleicht fällt es uns deshalb manchmal so schwer, von Geliebtem abzulassen – es aufzugeben. An Oberflächlichkeit gibt es genug rund um die Uhr, aber das hier … das soll genau so bleiben, wie es ist. Denkt man sich. Fühlt man. Den Loslassen tut weh. Loslassen ist verdammt schwierig. Zumindest war es das vor ein paar Wochen noch für mich. Bis ich mir gedacht habe: alles wird so kommen, wie es bestimmt ist. Denn auf manche Sachen hat man einfach keinen Einfluss. Man kann kämpfen, man kann beten, man kann sich aufopfern. Aber man sollte sich niemals selbst verlieren, indem man all seine eigene …

Schönheit + Ansehen = Glück ?

Jeder hat dieses Bedürfnis nach Glück, Zufriedenheit und natürlich auch Schönheit. Doch während man die ganze Zeit auf der Suche danach ist, wird man immer unzufriedener, weil man es nicht findet. Man sieht die anderen Mädchen, die den Anschein machen, nicht nur perfekt auszusehen, sondern sich auch perfekt zu fühlen. Die sich perfekt kleiden und schminken und immer ein – manchmal nettes und manchmal überhebliches – Lächeln auf den Lippen haben. Da fühlt man sich doch nur noch kleiner, noch unbedeutender.  Diese perfekten Mädchen sind mit aller Wahrscheinlichkeit nicht glücklich, da sie immer nach Ansehen von anderen streben. Dabei ist das ja nicht der Sinn vom Glücklich sein. Das machen, was du liebst, das, was dir gefällt und gut tut und nicht anderen! Das bedeutet Glück und Zufriedenheit. Doch in dieser Gesellschaft ist es mehr als schwer, seine eigenen Ansprüche und Erwartungen zu erfüllen, statt die der anderen. Die anderen regieren mit Unverständnis und Überheblichkeit, warum man sich denn nicht an die Regeln der Gesellschaft hält, sei es die Mode oder eine bestimmte Meinung über …

I don’t know what I am

Eine Fotoserie, ein Video und Gedanken dazu. Es geht um den kreativen Schaffensprozess, um Inspirationssuche und irgendwie auch um Selbstfindung.     I don’t know what I am I don’t even know if it’s any good What matters is that it is And that it’s there for you to feel and to be and to experience Wer bist du? Was bist du? Oder, wie bist du? Bist du gut, in dem, wie du bist? Wie definierst du „gut“? Das sind Fragen, die uns dauernd indirekt gestellt werden, die wir uns aber auch selbst stellen. Jedoch sind die Antworten doch eigentlich völlig egal – denn das einzige, was zählt, ist doch, dass du bist. Du hinterlässt deine Fußstapfen, sagst deine Meinung, inspirierst oder motivierst andere, bringst dich und dein Umfeld irgendwie weiter. Und für nichts und niemanden auf der Welt musst du dich als irgendetwas oder irgendjemand definieren.     I don’t know if anything I’ve done is very good But that’s not really the point I’m not really the point Geht es nicht darum, Dinge zu …

Trotz Krankheit glücklich sein

Vor kurzem erreichte uns folgende Nachricht einer Leserin, die wir euch genau so veröffentlichen wollen, wie wir sie zum allerersten Mal gelesen haben. – Ich heiße Pia, bin 18 Jahre alt und bin auf der Reise, mich selbst zu finden und zu lieben. Mit diesem Text möchte ich anderen Menschen mitteilen, dass sie mit ihren Sorgen und Problemen, so klein sie auch sein mögen, nicht alleine sind. Das ist der Grund, weshalb ich meine Geschichte mit euch teilen möchte. Jede Herausforderung verlangt Kraft von einem und wenn man nicht bereit ist, diese zu geben, kommt man nicht voran. Doch ich fange am besten von ganz vorne an: Kurz vor meinem neunten Lebensjahr (Ende 2007) bin ich mit enormen Bauchschmerzen, Übelkeit und starkem Gewichtsverlust in die Klinik gekommen. Lange Zeit wusste keiner, was genau ich hatte und ich wurde daher mit den unterschiedlichsten Medikamenten behandelt, um meine Gesundheit zumindest ein bisschen zu verbessern. Erst ein gutes halbes Jahr später konnte man mir und meiner Familie konkret sagen, was mir fehlt.   Die Diagnose lautete Colitis Crohn, eine chronische …

Pass auf mich auf.

    Irgendwie Hab ich diese kleine Flasche Alkohol entdeckt Und dachte mir ‚Warum nicht?‘ Und jetzt feier‘ ich eine eigene kleine Party Und die ist alle Aber ich hab aus dem Glas getrunken wie eine Dame Und will irgendwie mehr Könnte auch nochmal los Aber das wäre nicht so mein Stil und nicht so klug Aber ich hab‘ gerade so Freude irgendwie Fühl‘ mich nichtmal schwummrig wie sonst Nur gut Naja Gerade lieg‘ ich auf dem Boden Aber wenn ich diese Nachricht geschrieben hab‘, steh‘ ich wieder auf Und tanz‘ weiter Wahrscheinlich lösch‘ ich all die letzten Sachen Wie ich’s immer tu‘ wenn ich zu viel schreib‘ Das siehst du immer nicht aber ich schreib‘ Romane Immer Und lösch‘ dann das Unbrauchbare Genug Ich liebe dich Viel Spaß Pass auf mich auf.     – Dieser Text (der eigentlich eine SMS ist) entstand eines Nachts, als ich ein Teil sein wollte. Und nicht konnte. Und was macht man, wenn man nur sich selbst hat? Das Beste daraus. Und ich denke, dass man aus jeder …

Mutprobe? Über Pickel

Pickel. Pickel sind blöd und nerven. Die einen haben mehr davon, die anderen weniger. Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Pickeln und Unreinheiten. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam, und zwar werden sie nicht gemocht, überschminkt, retuschiert und irgendwie nicht wirklich akzeptiert. Dabei sind sie doch genau so wie alles andere an eurem Körper ein Teil von euch.  Diese Abneigung überträgt sich nicht selten auf sich als ganze Person. Man schämt sich, mag sich nicht gerne zeigen und hat Angst das Haus zu verlassen. Wir zerbrechen uns unsere Köpfe darüber, wie andere uns wohl beurteilen mit diesen Punkten und Pusteln in unserem Gesicht. Manchmal können sich daraus ganze Krankheiten, wie zum Beispiel Depressionen oder auch Skin Picking entwickeln. Pickel werden zu einer Mutprobe, zu deiner Mutprobe! Deine eigene Haut testet dich und bringt dich teilweise an deine Grenzen.  Aber warum? Wieso machen wir uns solche Gedanken? Wieso kostet es uns so viel Überwindung, unsere Haut zu akzeptieren? Wenn wir uns Werbung im Fernsehen oder auch Bilder auf sozialen Medien ansehen, sehen wir überall perfekte Frauen mit …

Richtige, echte Freunde

Seit Wochen sehe ich diesen Tag in meinem Kalender: 1. Oktober. Ein rotes Kreuz habe ich gemalt mit einem dicken Filzstift, den, den ich schon seit der Grundschule besitze, der, der eigentlich nicht mehr richtig schreibt, den ich trotzdem nie weggeschmissen habe. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, denke ich, jetzt, wo ich ausziehe, wo ich alles hinter mir lassen kann. Raus aus der Kleinstadt, rein ins – ja – wohin eigentlich. Ich ziehe um, zum Studieren. Eigentlich nicht so furchtbar weit weg, rede ich mir ein, in den Momenten, wo mir alles zu viel wird. Ich weiß ja, dass das jedes Jahr tausende von jungen Menschen machen, doch dieses Datum, das mir jeden Tag aus dem Kalender über meinem Bett entgegen springt, ist irgendwie angsteinflößend. Die größte Angst macht mir bei der ganzen Sache ja gar nicht das Studieren, nicht mal die Wohnungssuche, obwohl ich immer noch keine WG im Wirr-war des völlig überlasteten Wohnungsmarktes zu Semesterbeginn gefunden habe. Was mir die größten Sorgen bereitet, ist, ob ich Freunde finden werde. So richtige, echte …