Selbst & Inszenierung
Kommentare 1

Loslassen.

Ich muss zugeben, noch vor ein paar Jahren hat mich das Thema „Loslassen“ nicht so sehr beschäftigt, wie jetzt, mit 19. Ich weiß gar nicht, warum.
Immerhin gab es schon immer Dinge, Gefühle und vor allem Menschen, an denen ich unbedingt festhalten wollte.

Vielleicht haben sich einfach die Zeiten geändert. Alles ist schnelllebiger, zerbrechlicher & verrückter geworden. So richtig beständig ist nichts mehr in Zeiten von Smartphones, Social Media & Co.
Und vielleicht fällt es uns deshalb manchmal so schwer, von Geliebtem abzulassen – es aufzugeben.

An Oberflächlichkeit gibt es genug rund um die Uhr, aber das hier … das soll genau so bleiben, wie es ist. Denkt man sich. Fühlt man. Den Loslassen tut weh. Loslassen ist verdammt schwierig. Zumindest war es das vor ein paar Wochen noch für mich. Bis ich mir gedacht habe: alles wird so kommen, wie es bestimmt ist. Denn auf manche Sachen hat man einfach keinen Einfluss. Man kann kämpfen, man kann beten, man kann sich aufopfern. Aber man sollte sich niemals selbst verlieren, indem man all seine eigene Aufmerksamkeit auf eine Sache fixiert. Aber wie lässt man los?

„Loslassen“ sagt sich einfach, doch das trügt.
Ich stelle mir oft ein Seil vor, das Meter über dem Boden schwebt.
Warum würde man etwas loslassen wollen, an dem man hängt und ohne man nicht – so denkt man zumindest – kann?

 

Folgendes hat mir geholfen …

Ein Ziel vor Augen zu haben.
Wie fühlt sich der Mensch, der frei von jener Last ist und auf dem Boden steht? Wie verhält er sich? Frei? Sicher? Erleichtert?

Zweitens: Einatmen, Ausatmen und an etwas anderes denken.
So simpel es klingen mag, es hilft.

Drittens: Vertrauen.
Auf mich, das Universum & darauf, dass am Ende alles gut werden wird.

Und: Sich Zeit geben.
Viel zu oft brechen wir das Positive-Gedanken-denken ab, weil wir meinen, dass sich eh nichts ändert. Aber das tut es. Langsam aber sicher gewinnt man an Mut, gewinnt man an Stärke und an Selbstvertrauen. Man verliert also nichts, man wird nur reicher. Ein schöner Gedanke.

Loslassen kann schwierig sein. Einen geliebten Menschen, einen Lebensabschnitt oder ein Gefühl hinter sich zu lassen, ist eine hohe Disziplin. Eine, die es zu meistern gilt. Immer und immer wieder. Es heißt jedoch auch, Hände & den Kopf frei zu haben. Platz für Neues zu machen. Ein bisschen mehr man selbst zu werden.

Text von Nora
Illustration von Christiana

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.